von Jürgen Wertheimer
Gottlob ist es nur eine Redensart, wenn man davon spricht, das Messer würde einem vor Wut „in der Tasche aufgehen“. Wenn dem wirklich so wäre, hätte ich mir in jüngster Zeit mehrere Schnittwunden im Oberschenkelbereich zugezogen. Nämlich immer dann, wenn NATO Generalsekretär und Trumpversteher Rütte auftaucht und mit beflissenem Oberkellnerlächeln eine politische Torheit nach der anderen serviert.
Zuletzt präsentierte er dem Präsidenten ein goldgerahmtes Schaubild mit dicken Balken europäischer Waffenkäufe – vorwiegend in den USA. Stolz wie ein Musterschüler, der seinem Lehrer imponieren will, indem er dessen senile Dämlichkeiten pflichtschuldig wiederholt. Es ist kein gutes Zeichen für die innere Befindlichkeit der NATO, sich in kritischer Zeit einen eitlen Opportunisten wie ihn an der Spitze zu leisten.
Einen Teflontypen, der das Prinzip der Unterwerfung perfektioniert hat und Europa – waffenstarrend – mental zur Plünderung freigibt.
Ich weiß nur eines: Mit geschmeidigem Uns-Heranwinseln kommen wir nicht weiter. Wenn es uns an Mut fehlt und wir nicht fähig sind, Trump die kalte Schulter zu zeigen, wird er uns immer in der Hand haben und als wohlfeile Manövriermasse betrachten. Wir haben dann nichts Besseres verdient.
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