von Jürgen Wertheimer
Machen wir uns doch nichts vor:
Europa wird jetzt in der UKR genauso wenig wie seinerzeit am Hindukusch.
Es kann gar nicht verteidigt werden, denn es hat längst verloren.
Hören wir doch auf mit den großen Worten. Von wegen Zeitenwende und „Neustart“: Wie sind und bleiben weder Fisch noch Fleisch.
Weil wir den Aufstand immer nur proben.
Weil wir allenfalls reagieren, statt zu agieren.
Weil wie trotz Vorbehalten irgendwie mitmachen.
Weil wir Atomwaffen haben wollen und auch wieder nicht.
Weil wir misstrauisch und gutgläubig zugleich sind.
Beispiel Trumps Friedensrat.
Wir lehnen ihn einerseits ab. Konkurrenz zur UN. Anmaßung. Inakzeptabel. Und schicken zugleich hochrangige Beobachter hin. Einmal mehr: in der Rolle der Zaungäste.
Beispiel Gaza: Die Bundestagspräsidentin bringt sich in Stellung, posiert mit Schutzhelm flankiert von israelischen Soldaten . Fotoshooting, halbe Stunde – das war’s. Konkrete Mitwirkung bei Wiederaufbau: Fehlanzeige.
Beispiel Osteuropa : Nato Truppen spielen Krieg und werfen sich in Kampfmontur – pittoreske Manöver an der Ostsee, Kampf an vorderster Front – freilich nur als Planspiel rot gegen blau. Derweil trotz horrender Bezahlung die Kasernen der neu installierten Panzerbrigade in Litauen halb leer bleiben.
Beispiel Grönland: Deutsche Soldaten sind tatsächlich nur wenige Stunden nach Trumps aggressiver Ansage vor Ort – und ein paar Stunden später bereits wieder weg – mission completed.
Wenn wie nicht aufpassen, werden wir nicht nur Europa – sondern Weltmeister in der Disziplin Stippvisiten und praktizierte Halbherzigkeit.
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